{"id":113,"date":"2018-01-06T18:51:37","date_gmt":"2018-01-06T18:51:37","guid":{"rendered":"http:\/\/praxis-beylich.de\/?page_id=113"},"modified":"2022-11-19T20:43:54","modified_gmt":"2022-11-19T19:43:54","slug":"herzinfarkt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/praxis-beylich.de\/?page_id=113","title":{"rendered":"Herzinfarkt"},"content":{"rendered":"<p>Der akute Herzinfarkt ist neben dem\u00a0<a href=\"https:\/\/www.cardio-guide.com\/erkrankung\/schlaganfall\/\">Schlaganfall\u00a0<\/a>die\u00a0<strong>h\u00e4ufigste Herzkreislaufkrankheit<\/strong>. Etwa 400.000 Menschen erleiden in Deutschland j\u00e4hrlich einen Herzinfarkt. Wenngleich die meisten Herzinfarkte bei \u00e4lteren Menschen (&gt; 65 Jahre) auftreten, sind insbesondere M\u00e4nner manchmal schon im jungen Alter (&gt; 35 Jahre) gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p>In der Bundesrepublik Deutschland versterben etwa 40 Prozent an einem Herzinfarkt innerhalb von 28 Tagen. Die wichtigste Ursache f\u00fcr diese erschreckende Zahl liegt darin, dass bis zur Behandlung des Infarkts\u00a0<strong>zu viel Zeit verstreicht<\/strong>. Bei Patienten mit Verdacht auf einen Herzinfarkt m\u00fcssen\u00a0<strong>sofort lebensrettende Ma\u00dfnahmen<\/strong>\u00a0ergriffen werden. Deshalb sollte sofort bei den ersten Anzeichen eines Herzinfarkts der Rettungsdienst \u00fcber die deutschlandweite Notrufnummer 112 gerufen werden.<\/p>\n<p><strong>Ursachen und Ablauf eines Herzinfarkts<\/strong><\/p>\n<p>Das menschliche Herz ist von Blutgef\u00e4\u00dfen, den sogenannten Herzkranzgef\u00e4\u00dfen (Koronararterien), umgeben. Diese versorgen das Herz mit Blut und Sauerstoff. Das Herz, oder besser gesagt: der unerm\u00fcdlich arbeitende Herzmuskel, braucht je nach k\u00f6rperlicher Aktivit\u00e4t 5 \u2013 20 Prozent der vom gesamten Organismus ben\u00f6tigten Sauerstoffmenge.<\/p>\n<p>Um sich ca. 70 mal pro Minute zusammenzuziehen, muss der Herzmuskel\u00a0<strong>pro Minute mit einem Liter Blut<\/strong>\u00a0durch die Herzkranzarterien versorgt werden. Wie Kalkablagerungen in den Rohren einer Waschmaschine kann sich im Laufe von Jahren und Jahrzehnten eine Aderverkalkung (<a href=\"https:\/\/www.cardio-guide.com\/erkrankung\/arteriosklerose\/\">Arteriosklerose<\/a>) in den Koronararterien bilden. Kommt es durch Arteriosklerose zu einer\u00a0<strong>Enge innerhalb eines Gef\u00e4\u00dfes<\/strong>, flie\u00dft weniger Blut in das nachgeschaltete Versorgungsgebiet des Herzmuskels, der betroffene Bereich stellt seine Arbeit ein und die Herzleistung wird vermindert.<\/p>\n<p><a title=\"By National Heart Lung and Blood Institute (NIH) (National Heart Lung and Blood Institute (NIH)) [Public domain], via Wikimedia Commons\" href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3AHdw_heartattack.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/c\/c6\/Hdw_heartattack.jpg\" alt=\"Ursache des Herzinfarkts\" \/><\/a><br \/>\n(B) zeigt die verengte Koronararterie, durch die der Blutfluss in das nachgeschaltete Gewebe vermindert wird<\/p>\n<p>Der Herzinfarkt entsteht also auf dem Boden der Ablagerungen, die sich bei Einwirkung der Risikofaktoren in den Herzgef\u00e4\u00dfen ausbilden. Fr\u00fcher glaubte man, das kontinuierliche Wachstum der Ablagerungen f\u00fchre zu einer zunehmenden Verengung bis hin zum Gef\u00e4\u00dfverschluss, der dann den Herzinfarkt ausl\u00f6st. Dieses Konzept trifft aber, wie man heute wei\u00df, nur selten zu. Vielmehr entstehen und\u00a0<strong>wachsen die Ablagerungen schubweise<\/strong>.<\/p>\n<p>Einzelne Ablagerungen (\u201ePlaques\u201c) sind besonders durch Komplikationen gef\u00e4hrlich. Sie k\u00f6nnen pl\u00f6tzlich aufbrechen (\u201eRuptur\u201c). Die Inhalte der Plaque sind dann in direktem Kontakt mit dem Blutstrom, was zur\u00a0<strong>Ausbildung eines Blutgerinnsels<\/strong>\u00a0f\u00fchren kann. Bleibt das Blutgerinnsel klein, merkt die betroffene Person unter Umst\u00e4nden nichts. Das Gerinnsel wird durch Heilungsprozesse in Bindegewebe umorganisiert. Die Ablagerung erf\u00e4hrt einen Wachstumsschub.<\/p>\n<p><strong>Was geschieht bei einem Herzinfarkt?<\/strong><\/p>\n<p>Wenn das Gerinnsel einen gro\u00dfen Teil des Gef\u00e4\u00dfes verlegt oder es verschlie\u00dft, kommt es zum Herzinfarkt oder\u00a0<a href=\"https:\/\/www.cardio-guide.com\/erkrankung\/herzrhythmusstoerungen\/\">Herzrhythmusst\u00f6rungen\u00a0<\/a>und\u00a0\u2013 bei schwerer Durchblutungsst\u00f6rung \u2013 zum\u00a0<a href=\"https:\/\/www.cardio-guide.com\/erkrankung\/ploetzlicher-herztod\/\">pl\u00f6tzlichen Herztod<\/a>. Durch das pl\u00f6tzliche Versiegen des Blutflusses geraten die Herzmuskelzellen in eine Art\u00a0<strong>Schockzustand<\/strong>. Kann die Durchblutung rasch wiederhergestellt werden, so k\u00f6nnen sie sich wieder erholen. Andernfalls sterben die Zellen ab, und es entsteht eine Narbe. Das Nebeneinander von gesunden und gesch\u00e4digten Zellen im Herzmuskel f\u00fchrt h\u00e4ufig zu Herzrhythmusst\u00f6rungen beim akuten Herzinfarkt. Wenn diese sehr stark ausgepr\u00e4gt sind, wird die Pumpfunktion des Herzens aufgehoben. Der normale Herzschlag weicht\u00a0<strong>ungeordneten Zuckungen<\/strong>, und es resultiert ein Herzkreislaufstillstand. Dieser f\u00fchrt\u00a0<strong>innerhalb von wenigen Minuten zum Tode<\/strong>, wenn er nicht umgehend durch die Abgabe eines elektrischen Schocks beseitigt werden kann. Durch\u00a0<strong>Herzdruckmassage<\/strong>\u00a0im Rahmen der Wiederbelebung kann die Zeit bis zur Abgabe des rettenden Elektroschocks (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Defibrillation\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Defibrillation<\/a>) \u00fcberbr\u00fcckt werden.<\/p>\n<p><strong>M\u00f6gliche Symptome \/ Anzeichen eines Herzinfarkts<\/strong><\/p>\n<p>Bei einem gr\u00f6\u00dferen Gerinnsel im Gef\u00e4\u00df ist die Durchblutung gest\u00f6rt. Es k\u00f6nnen\u00a0<strong>starke Brustschmerzen<\/strong>\u00a0entstehen (\u201e<a href=\"https:\/\/www.cardio-guide.com\/erkrankung\/angina-pectoris\/\">Angina Pectoris<\/a>\u201c). Dies ist immer ein Alarmzeichen und muss dazu f\u00fchren, dass\u00a0<strong>umgehend der Notarzt<\/strong>\u00a0gerufen wird. Manchmal kommt auch der sogenannte \u201estumme\u201c Infarkt vor, den der Patient selbst nicht bemerkt oder nicht richtig erkennt. Dies geschieht am ehesten bei Menschen, die an der Zuckerkrankheit (Diabetes) leiden. Viele Patienten versp\u00fcren jedoch sehr starke Schmerzen. Auch eine\u00a0<strong>gro\u00dfe Unruhe<\/strong>\u00a0stellt sich ein, die sich bis zur\u00a0<strong>Todesangst<\/strong>\u00a0steigern kann. Der Patient leidet unter Schwei\u00dfausbr\u00fcchen, wobei sich der Schwei\u00df kalt anf\u00fchlt.<\/p>\n<p>H\u00e4ufig werden die nach Sekunden oder Minuten abklingenden Symptome als vor\u00fcbergehendes \u201eWehwehchen\u201c abgetan. Stellen sich diese typischen Beschwerden auch im Ruhezustand ein, dann deutet alles auf eine Angina Pectoris (lat.: Enge der Brust) hin.\u00a0<span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Es besteht Lebensgefahr!<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Bei vollst\u00e4ndigem Verschluss eines wichtigen Herzkranzgef\u00e4\u00dfes \u2013 meist durch ein zus\u00e4tzliches kleines Blutgerinnsel (Thrombus) \u2013 kommt es zum Infarkt. Wenn es nun nicht gelingt, innerhalb von wenigen Stunden das verschlossene Gef\u00e4\u00df wieder zu er\u00f6ffnen, stirbt der Herzmuskel ab.<\/p>\n<p>Ein Herzinfarkt kann sich durch die\u00a0<strong>folgenden Symptome<\/strong>\u00a0\u00e4u\u00dfern:<\/p>\n<ul>\n<li>Schwere, lang andauernde Schmerzen im Brustkorb, die in beide Arme, in den Bauch, zwischen die Schulterbl\u00e4tter und in den Unterkiefer ausstrahlen<\/li>\n<li>Oft wird ein Brennen im Brustkorb gesp\u00fcrt, auch k\u00f6nnen Schmerzen im Hals oder Oberbauch auftreten<\/li>\n<li>Starkes Engegef\u00fchl, Brennen oder heftiger Schmerz im Brustkorb<\/li>\n<li>Zus\u00e4tzlich zum Brustschmerz Erbrechen<\/li>\n<li>Bei Frauen sind Luftnot, \u00dcbelkeit und Erbrechen oft alleinige Alarmzeichen<\/li>\n<li>Blasse, fahle Gesichtsfarbe und kalter Schwei\u00df, das Gesicht dr\u00fcckt die unmittelbare Bedrohung aus und ist oft bis zur Fremdheit ver\u00e4ndert<\/li>\n<li>Luftnot, die zum pl\u00f6tzlichen Hinsetzen oder Hinlegen zwingt<\/li>\n<li>Pl\u00f6tzlicher Kreislaufzusammenbruch (Kollaps mit und ohne Bewusstlosigkeit)<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong style=\"color: #666666; font-size: 1.25rem;\">Behandlung eines Herzinfarkts<\/strong><\/p>\n<p>Je fr\u00fcher ein Herzinfarkt behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Deshalb ist bei einem Verdacht auf Herzinfarkt\u00a0<strong>schnelles Handeln lebenswichtig<\/strong>\u00a0und es muss sofort der Arzt verst\u00e4ndigt werden. Dieser verfolgt drei Ziele: Verbesserung der Symptomatik und der Sauerstoffversorgung, \u00d6ffnung des Infarktgef\u00e4\u00dfes, Verbesserung der Prognose (Steigerung der \u00dcberlebenschancen). Je fr\u00fcher ein Patient in die Klinik eingeliefert und behandelt wird, umso besser sind seine \u00dcberlebenschancen.<\/p>\n<p>Die Behandlung des akuten Herzinfarktes zielt darauf ab, das\u00a0<strong>verschlossene Gef\u00e4\u00df m\u00f6glichst rasch wieder zu er\u00f6ffnen<\/strong>. Durch eine umgehende Gerinnselaufl\u00f6sung mit Medikamenten (\u201eLysetherapie\u201c) oder, besser noch, mit einer Herzkatheterbehandlung kann der Schaden am Herzmuskel klein gehalten werden. Das Risiko von Herzrhythmusst\u00f6rungen verringert sich. Weil in kurzer Zeit immer mehr Herzmuskelzellen absterben und sich gef\u00e4hrliche Herzrhythmusst\u00f6rungen ausbilden k\u00f6nnen, z\u00e4hlt jede Minute. Bei sofortiger Behandlung \u2013 und wenn das Herz nicht bereits schwer vorgesch\u00e4digt ist \u2013 kann fast jeder Herzinfarkt einem g\u00fcnstigen Verlauf zugef\u00fchrt werden. Leider sieht die Realit\u00e4t anders aus.<\/p>\n<p><strong><br \/>\n<span style=\"color: #ff0000;\">Deshalb: Bereits bei einem Verdacht auf einen Herzinfarkt &#8211;&gt; 112<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Mit freundlicher Genehmigung von\u00a0https:\/\/www.cardio-guide.com<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der akute Herzinfarkt ist neben dem\u00a0Schlaganfall\u00a0die\u00a0h\u00e4ufigste Herzkreislaufkrankheit. Etwa 400.000 Menschen erleiden in Deutschland j\u00e4hrlich einen Herzinfarkt. 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