Grippe-Saison 2019/2020 – aktuelle Informationen

Grippe: Nur jeder zweite Risikopatient ist geimpft

Noch immer scheuen viele Menschen die Grippeimpfung. Besonders gefährdet sind Schwangere, über 60-Jährige und chronisch Kranke, bei denen es zu sehr schweren Verläufen und Todesfällen kommen kann. Umso wichtiger ist es, dass der Hausarzt Risikopatienten aufklärt. Da die lnfluenzasaison auf der nördlichen Halbkugel üblicherweise erst Mitte Mai endet, lohnt sich auch eine späte Impfung.

Keine andere Infektionskrankheit ist weltweit für so viele Krankheitsfälle verantwortlich und fordert eine so große Zahl an Toten wie die Influenza. In der Grippe-Saison 2017/18 starben allein in Deutschland über 25.000 Menschen. Zu den berühmtesten Pandemien zählen die Asiatische Grippe im Jahr 1957, die Hongkong-Grippe im Jahr 1968, die Russische Grippe 1977/78 und im Jahr 2009 die Schweinegrippe.

Ein Grippeinfizierter ist schon mindestens einen Tag vor Beginn der ersten Krankheitszeichen hochansteckend. Kein Wunder also, dass die Influenzaviren in der überfüllten U-Bahn, im Theater oder in der Familie leichtes Spiel haben. Besonders gut gelingt die Übertragung der Erreger auf lnterkontinentalflügen. Die niedrige Luftfeuchtigkeit im Flieger lässt die Atemwegsepithelien (= Schleimhäute) austrocknen – beste Voraussetzungen für Passagiere im Umkreis von einem Meter, sich zu infizieren.

2018: ein B-Jahr

Das Jahr 2018 übertraf zahlenmäßig viele der bisherigen Aufzeichnungen zu Grippeinfektionen. In den Spitzenzeiten von Anfang Februar bis Anfang März wurden dem Robert Koch- Institut (RKI) jede Woche mehr als 60.000 Neuerkrankungen gemeldet. Da jedoch längst nicht jeder Erkrankte getestet wird, wird die tatsächliche Zahl auf mehr als 300.000 Menschen wöchentlich geschätzt – auf das Jahr 2018 hochgerechnet waren das insgesamt zwei Millionen Influenzafälle. Was diese Saison auszeichnete, war das Auftreten von Influenza B bei 70% der Infizierten. Es kommt selten vor, dass einer der beiden B-Virustypen so stark dominiert. Ausgerechnet im Jahr 2018, als die WHO-Empfehlung für den trivalenten Grippeimpfstoff neben den beiden A- Typen die B-Variante Viktoria enthielt, kam es zu einer Epidemie mit dem B-Typ Yamagata. Kein Wunder also, dass in diesem Jahr auch viele geimpftepage1image4148896

Personen erkrankten. Einer solchen Impfschlappe soll nun der quadrivalente (4- fach) Impfstoff entgegenwirken. Er beinhaltet neben den beiden Influenza-A-Varianten H1N1 und H3N2 die beiden B-Typen Yamagata und Viktoria. Im Jahr 2019 dominierte wieder die Influenza A, meist mit dem Subtyp H1N1, und die Zahl der Erkrankungen pendelte sich auf das alljährlich übliche Maß ein.

Vor allem Schwangere zögern mit der Grippeimpfung

Noch immer werden die vom RKI gewünschten Impfraten bei weitem nicht erreicht. Nur jeder Zweite aus den Personengruppen, denen die STIKO zur jährlichen Impfung rät, folgt denEmpfehlungen. Besonders zurückhaltend sind Schwangere, obwohl sie aufgrund immunologischer Veränderungen in dieser